AMI nutzt Vertriebskanäle vom Landwirtschaftsverlag

AMI nutzt Vertriebskanäle vom Landwirtschaftsverlag

Beitragvon Ermittler » So 30. Jan 2011, 13:04

So weit ist es schon, dass die staatlich subventionierte Agrarmarkt-Informationsgesellschaft GmbH (offizieller Nachfolger der ZMP) die Adress- und Kundendatenbank des Deutschen Landwirtschaftsverlags Verlages (DLV) nutzt, um ihren Marktreport 2011 an den Mann zu bringen. Ensprechende "Schleichwerbung" erreichte mich ohne Ankündigung am 25.01.2011 auf Postwegen. Ich nehme an, dass es über 60.000 privaten Abonnenten des DLZ-Magazins bzw. der Neuen Landwirtschaft auch nicht anders erging.

Wie es auf dem Schreiben druckfrisch heißt: "Ihre Adresse wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Deutschen Landwirtschaftsverlag GmbH" und sichern Sie sich jetzt Ihren Frühbucherrabatt - bei Bestellung bis zum 31. Januar 2011!", zweckentfremdet der Aussender hier nicht nur rechtswidrig "fremde" Vetriebskanäle für Werbezwecke, sondern generiert über Umwege für normalerweise staatlich frei zugängliche Daten zusätzliche Einnahmen.

Diese dubiosen und zugleich unlauteren Machenschaften muss man im Keim ersticken. Ich werde der Sache weiter auf den Grund gehen. :mrgreen:
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Re: AMI nutzt Vertriebskanäle vom Landwirtschaftsverlag

Beitragvon Helios » Mo 31. Jan 2011, 21:45

Und ich dachte, nur Facebook verkauft Adressen :-)

Die Thematik der ominösen Seilschaften wurde ja bereits in folgendem Thread reichlich erörtert:
Agrarforum/viewtopic.php?f=33&t=563&p=1254&hilit=ami#p1254

Inzwischen ist aus dem "Stiefkind" AMI - Dank exorbitantem staatlichem Mittelzufluß - klangheimlich ein monopolistisches Unternehmen entstanden, von dem der Hauptanteilseigner in doppelter Hinsicht - nämlich monetär und informell - profitiert.

Wieso die AMI diesen unseriösen Weg über fremde Kundenadressen wählt, bleibt mir jedoch schleierhaft. Schließlich wurde eine Quelle angezapft, die niemals zu versiegen scheint - zumnindest dem Passus im Impressum der Website nach:

"Berichterstattung für die öffentliche Hand: Im Dezember 2009 hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) an die AMI einen Auftrag für Agrarmarktberichterstattung vergeben. Auf der Grundlage einer zwischen Bund und Ländern geschlossenen Verwaltungsvereinbarung wird der Auftrag zu 60 Prozent aus Bundesmitteln und zu 40 Prozent von den Ländern finanziert. Inhaltlich steht die Beschaffung von Marktdaten und neutralen Marktberichten zu Agrar- und Lebensmittelmärkten im Vordergrund. Dabei geht es vor allem um Daten, die zur Erfüllung unionsrechtlicher Verpflichtungen dienen. Hinzu kommen Leistungen der AMI für die fachliche Arbeit und die Politikberatung in den Agrarressorts der öffentlichen Hand."

Am Ende sind diesmal nicht die Bauern die Leidtragenden, wie es zu Zeiten der ZMP/CMA der Fall war, sondern du und ich. :evil:
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Re: AMI nutzt Vertriebskanäle vom Landwirtschaftsverlag

Beitragvon Xerion » Mo 31. Jan 2011, 23:28

Als Abonnent eines dlv-Magazins hat mich dieses Aufforderungsschreiben ebenfalls erreicht und zugleich erzornt. Was soll ich mit einem Marktbericht 2011 - das werden sich wohl viele Stammleser kürzlich gefragt haben??? Ich finde es eine Unverschämtheit, dass private Adressen vom dlv derart veruntreut werden. Ich überlege mir, das Abo deshalb zu stonieren. Vermutlich lässt sich nur mit diesem rigorosen Schritt eine weitere Belästigung mit Werbebotschaften zukünftig eindämmen!
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Re: AMI nutzt Vertriebskanäle vom Landwirtschaftsverlag

Beitragvon Schnepfe » Mo 28. Mär 2011, 20:36

Was regt ihr euch über so eine Lapalie auf. :?:
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